Mittwoch, 27. März 2019

TLT Wurftechnik



TLT Wurftechnik: Bernhard Liniger in Bad Liebenzell


…der bekannte schweizer Fliegenfischer Bernhard Liniger aus dem Kanton Solothurn stellte die TLT Technik (italienische Wurftechnik) an der Nagold bei Bad Liebenzell vor. Dabei steht der von Roberto Pragiola geschaffene Begriff TLT, wenn schon nicht für die italienische Leichtigkeit des Seins, zumindest für die Lockerheit mit der es gelingen kann, unter widrigsten Umständen seine Fliege zwischen tief überhängenden Ästen und Gebüsch am Flussufer zu platzieren... Denn die Technik wurde aus Sicht ihres Gründers – des in Italien mit ähnlichem Kultstatus versehenen Roberto Pragliola, wie Österreichs Hans Gebetsroither – entwickelt, um sich an typischen italienischen Flüssen einen Vorteil zu schaffen. An Flüssen, wo der klassische FFF (Federation of Fly Fishers) Überkopfwurf, wie auch der österreichische elliptische Wurfstil aus Sicht seines Entwicklers an seine Grenzen gerät: Klein- bis mittelgroße, turbulent und schnell fließende Flüsse mit dicht bewachsenen Ufern. Wo sich im Schatten überhängender Sträuche und Bäume Forellen sammeln. An Stellen die sich werferisch den wenigsten Fliegenfischern erschließen, aufgrund der Schwierigkeit künstliche Fliegen am Wasser anstatt im Geäst zu platzieren. Lehrmeister waren dabei die Forellen und Aeschen in den schwierig zu befischenden Flüssen und Bächen der Schweiz.

Montag, 24. September 2018

Hermann Hesse hilft, Fliegenfischer zu verstehen...


„Mit gerötetem Gesicht und glänzenden Augen ging er an die fröhliche Arbeit des
Angelrüstens, die ihm fast so lieb wie das Fischen selber war…“


Hermann Hesse in der
Erzählung "Unterm Rad"


Montag, 13. November 2017

Christian Kuchelmeister zu Gast in Bad Liebenzell


Am vergangenen Freitag (10. November2017) hatten wir in Bad Liebenzell den international bekannten Fliegenbinder und mehrfachen Goldmedaillengewinner im Fliegenbinden, Christian Kuchelmeister, zu Gast. Es war stets sein Bestreben, möglichst naturgetreue Nachbildungen der aquatischen Insektenwelt zu binden. Heute zählt er zu den erfolgreichsten Bindern im europäischen Raum. Es war für alle Beteiligten ein sehr lehrreicher Abend. Christian Kuchelmeister zeigte seine Kunstfertigkeit, die via Life View Technik für alle Teilnehmer gut sichtbar und nachvollziehbar direkt an der Wand übertragen wurde. Er brachte darüber hinaus jedem Teilnehmer die wesentlichen Kniffe direkt am Bindestock bei. Die Gäste waren begeistert.

Terminlicher Ausblick: Am Freitag, 17. November 2017 wird die diesjährige Fliegenbinde-Veranstaltungsreihe durch Gerhard Laible abgeschlossen. Wenn dieser Name in Fliegenfischerkreisen fällt, denkt jeder sofort an CDC Fliegen. Die Zeitschrift „Der Fliegenfischer“ stellte bereits ca. 50 seiner CDC-Fliegen vor. CDC heißt Cul de Canard (das sind die wenigen Daunenfedern, rings um den Enten Bürzel, getränkt mit natürlichem Fett). Diese Fliegen sind für die schwierigsten Fische unwiderstehlich. Kein Wunder, dass diese Bindetechnik auf besonderes Interesse stößt. Sie wurde von Gerhard Laible perfektioniert. Er beherrscht nicht nur die Bindetechnik, sondern hat auch spezielle Werkzeuge dafür entwickelt. An diesem Abend erleben die Teilnehmer nicht nur Bindekunst in Vollendung, sondern werden unter seiner Anleitung ihre erste CDC Fliege binden. Die Veranstaltung beginnt um 18:00 Uhr und dauert bis ca. 21 Uhr. Sie richtet sich an Fliegenfischer, die für einen Unkostenbeitrag in Höhe von 45 Euro in die CDC Bindekunst eingeführt werden.

Interessierte Bürger sind herzlich als „Zaungast“und Zuschauer eingeladen.

Christian Kuchelmeister beim Fliegenbinden in Bad Liebenzell: jedes Detail wird von ihm offengelegt

Fliegenbinden: Christian Kuchelmeister erklärt Bindetechnik in Bad Liebenzell


Sonntag, 5. November 2017

Insektenkunde (Entomologie). Vortrag von Jürgen Gaul in Bad Liebenzell

Ein kompetenter Lichtbild-Vortrag

am 3. November 2017 waren Fliegenfischer und interessierte Bürger zu einem Lichtbild-Vortrag geladen. In seinem sehr eindrücklichen Vortrag stellte Jürgen Gaul dem anwesenden Publikum Insektenarten vor, die in Gewässern leben. Er bezog sich dabei speziell auf die Nagold und behandelte in seinem Vortrag sowohl die Wichtigkeit der verschiedenen Insektengruppen, als auch deren Lebensweise, was eine wichtige Wissens-Grundlage für jeden Fliegenfischer darstellt.

Sein Vortrag umfasste nicht nur Unterscheidungsmerkmale, sondern auch Orte des Vorkommens sowie das jahreszeitliche Erscheinen der unterschiedlichen Insekten.

Jürgen Gaul ist 1.Vorsitzender des Bezirksfischereivereins Nagoldtal e.V. Er bewirtschaftet mit seinem Verein ca. 30 km Nagold. Ferner ist er Mitglied in der deutschen Gesellschaft für Limnologie, welche sich mit dem Leben in Binnengewässern (speziell semiaquatische Insekten) beschäftigt.

Alle Teilnehmer waren begeistert und dankten Jürgen Gaul für seinen kompetenten Vortrag. In der anschließenden Diskussion wurden Gründe für den festzustellenden Rückgang der Insektenwelt erfragt - es entwickelte sich eine angeregte Diskussion um den dramatischen Artenschwund in Deutschland, der leider auch in der Nagold festzustellen ist.


Vortrag von Jürgen Gaul in Bad Liebenzell



Jürgen Gaul in Bad Liebenzell zum Thema: Insekten in der Nagold




Schematische Zeichnung des Lebenszyklus von Jürgen Gaul




Mittwoch, 13. September 2017

Insektenschwund auch in der Nagold

PDF

Im verlinkten Artikel aus DER SPIEGEL 36/ 2017 geht es um den dramatischen Artenschwund in Deutschland. Das stimmt leider. Wir Fliegenfischer haben in diesem Jahr sogar in der Nagold festgestellt, dass die Insektenanzahl erneut stark zurückgegangen ist.

Erinnert Ihr Euch? Noch vor wenigen Jahren wart Ihr auf der Autobahn und musstet nach spätestens 100 km die Windschutzscheibe putzen. Das ist Vergangenheit.

Bad Liebenzeller Fliegenfischer stellen fest: Insektenlarven im Fluss werden immer seltener

Mittwoch, 5. Juli 2017

In welcher Fischregion befindet sich die Nagold?



Immer wieder wird die Frage aufgeworfen, in welcher Fischregion die Nagold liegt. Deshalb hier eine kleine Übersicht:

Fischregionen sind nach ökologischen Gesichtspunkten – im Wesentlichen nach dem Vorkommen charakteristischer Leitfischarten definiert.

Die Forellenregion befindet sich am Oberlauf eines Fließgewässers. Es herrscht eine sehr starke Strömung, dadurch wird das Wasser über Kies und größere Steine umgewälzt und mit Sauerstoff angereichert. Die Wassertemperatur steigt selten über 10 °C. Der Grund besteht aus Geröll und Kies. Leitfisch ist die Bachforelle.

In der Äschenregion existiert immer noch eine starke Strömung und hoher Sauerstoffgehalt, aber es gibt aber mehr Pflanzen als in der Forellenregion. Die Wassertemperatur steigt hier schon bis 15 °C, der Untergrund besteht aus Geröll und feinkörnigem Kies. Leitfisch ist die Äsche.

Forellen- und Äschenregionen werden oft zusammengefasst als Salmonidenregion.

In der Barbenregion beträgt die Wassertemperatur um die 15 °C. Die Fließgewässer werden breiter und die Strömung ist nur noch schwach. Der Sauerstoffgehalt schwankt und ist wesentlich geringer als in der Äschenregion. Leitfisch ist die Barbe.

Dann kommt die Brachsenregion. Sie liegt  am Unterlauf eines Flusses. Die Temperaturen sind im Sommer bis 20 °C. Der Pflanzenbewuchs ist sehr üppig und der Untergrund besteht aus feinem Sand und Schlamm. Der Sauerstoffgehalt ist sehr niedrig. Leitfisch ist der Brachsen.

Völlig klar, dass wir in Bad Liebenzell eine Mischung aus den genannten Regionen haben. 

Nagold zwischen Dennjächt und Bad Liebenzell

Nagold bei Bad Liebenzell

Genusstipp

Der Fang des Tages aus dem sauberen Wasser der Nagold wird als „Forelle bzw. Äsche blau“ nicht in Wasser, sondern in Weißwein gegart. In den Wein kommen 2 Lorbeerblätter, 5 Wachholderbeeren und 2 Löffel Waldhonig.

Mehr nicht.

Den wertvollen Fisch lässt man in diesem Sud etwa 12 Minuten ziehen (nicht brodelnd kochen).

Fertig.

Am besten passen ein paar gekochte Kartoffeln und flüssige Butter. Eine Genusssteigerung ist dann nur noch möglich, wenn man einen Württemberger Weißwein dazu trinkt.

Guten
Appetit!