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Mittwoch, 5. Juli 2017

In welcher Fischregion befindet sich die Nagold?



Immer wieder wird die Frage aufgeworfen, in welcher Fischregion die Nagold liegt. Deshalb hier eine kleine Übersicht:

Fischregionen sind nach ökologischen Gesichtspunkten – im Wesentlichen nach dem Vorkommen charakteristischer Leitfischarten definiert.

Die Forellenregion befindet sich am Oberlauf eines Fließgewässers. Es herrscht eine sehr starke Strömung, dadurch wird das Wasser über Kies und größere Steine umgewälzt und mit Sauerstoff angereichert. Die Wassertemperatur steigt selten über 10 °C. Der Grund besteht aus Geröll und Kies. Leitfisch ist die Bachforelle.

In der Äschenregion existiert immer noch eine starke Strömung und hoher Sauerstoffgehalt, aber es gibt aber mehr Pflanzen als in der Forellenregion. Die Wassertemperatur steigt hier schon bis 15 °C, der Untergrund besteht aus Geröll und feinkörnigem Kies. Leitfisch ist die Äsche.

Forellen- und Äschenregionen werden oft zusammengefasst als Salmonidenregion.

In der Barbenregion beträgt die Wassertemperatur um die 15 °C. Die Fließgewässer werden breiter und die Strömung ist nur noch schwach. Der Sauerstoffgehalt schwankt und ist wesentlich geringer als in der Äschenregion. Leitfisch ist die Barbe.

Dann kommt die Brachsenregion. Sie liegt  am Unterlauf eines Flusses. Die Temperaturen sind im Sommer bis 20 °C. Der Pflanzenbewuchs ist sehr üppig und der Untergrund besteht aus feinem Sand und Schlamm. Der Sauerstoffgehalt ist sehr niedrig. Leitfisch ist der Brachsen.

Völlig klar, dass wir in Bad Liebenzell eine Mischung aus den genannten Regionen haben. 

Nagold zwischen Dennjächt und Bad Liebenzell

Nagold bei Bad Liebenzell

Samstag, 20. Mai 2017

Hege des Fischbestands in Bad Liebenzell

Bad Liebenzell achtet in seinen Gewässern für einen standortgerechten, artenreichen und gesunden Fischbestand und erfüllt so den gesetzlichen Auftrag zur Hege in vorbildlicher Art. Am vergangenen Samstag wurden die regionaltypischen Fischarten Bachforelle und Äsche unter Aufsicht des Bürgermeisters wieder besetzt. Einige Spaziergänger und Kinder fanden das sehr interessant. Sie hatten noch nie eine Äsche gesehen und freuten sich, dass Sie den Nachwuchs begutachten durften.





Samstag, 18. März 2017

Biodiversität erfordert intensive Pflege und Hege des regionaltypischen Fischbestands


Gewässer müssen sauber und artenreich bleiben. Fischbesatz gehört deshalb auch an natürlichen Gewässern zur Pflege und zum Erhalt des regionaltypischen Fischbestandes. Oft hat Fischbesatz aber auch die Aufgabe, Störungen der natürlichen Reproduktion im Gewässer auszugleichen. Zu Beispiel nach einem Einfall wandernder Kormorane, die wegen ihrer ausgeprägten jagdlichen Fähigkeiten nicht selten für "leere" Gewässer verantwortlich sind.

Kleiner Exkurs: Kormorane (Phalacrocorax carbo) sind eine ziemlich große Vogelart (Flügelspannweite 160 cm), die sich ausschließlich von Fischen ernährt. Diese werden tauchend mit dem Schnabel erbeutet. Die Vögel haben ein Durchschnittsgewicht von ca. 2,50 kg und einen Nahrungsbedarf von ca. 500 Gramm pro Tag. Das sind 4 heranwachsende Bachforellen!

In Baden-Württemberg wird der Winterbestand von Kormoranen auf bis zu 10.000 Vögel geschätzt. Er steigt kontinuierlich an, weil der Kormoran keine natürlichen Feinde hat. Oft fallen deshalb an einem kleinen Abschnitt der Nagold im Nordschwarzwald ein Dutzend Vögel gleichzeitig ein und halten sich tagelang auf. Kein Wunder, dass heimische Fische wie Äsche und Bachforelle dann plötzlich fehlen, denn die einfache Rechnung zeigt den Schaden für das Gewässer: 12 Vögel x 500 Gramm Fisch pro Tag x 3 Tage = 18 kg Fisch / 125 Gramm = 144 heranwachsende Fische in nur 3 Tagen.

Fischbesatz an der Nagold bei Bad Liebenzell